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Pekerstadt im Solling - Uslar

Der Solling war im 18. und 19. Jahrhundert das Armenhaus des Königsreiches Hannover. Nur das Leinengewerbe brachte ein wenig Geld in die Region. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdrängte jedoch die Baumwolle „das edle Linnen“.

Viele Sollinger ertränkten in dieser Zeit ihre Sorgen im „Brennewein“ – ein in zahlreichen kleinen Gutsbrennereien gebrannter, billiger Kartoffelschnaps, der den Menschen über das tägliche Elend hinweghalf. Er stand in jedem Küchenschrank und musste bei der Ernte mit aufs Feld. Wenn die Brenneweinvorräte ausgegangen waren, wurden die ersten geernteten Säcke in die nächstgelegene Brennerei gebracht und gegen Schnaps eingetauscht.

Der wirtschaftliche Aufschwung kam 1874 bis 1878 mit dem Bau der Bahnlinie Northeim-Ottbergen. Bei dieser wichtigen Infrastrukturmaßnahme fanden sowohl Einheimische wie auswärtige Arbeiter Lohn und Brot.

Der Anschluss der abgelegenen Region an das Bahnnetz verbilligte die Frachtkosten für die einheimischen Firmen und zog im Solling eine Welle der Industrialisierung nach sich. Im Uslarer Land entstand für gut 100 Jahre ein kleines Industrierevier mit Braunkohle- und Kalibergbau, Sand- und Basaltsteinbrüchen, Zuckerfabrik, Kautabak- und Zigarrenindustrie, Chemiebetrieben und holzverarbeitenden Fabriken.

Die verbesserten Verkehrsverhältnisse im Weserbergland und der Holzreichtum des Sollings ermunterten mehrere Handwerksmeister, ihre Werkstätten zu vergrößern und sie dann zu Fabriken auszubauen. Um 1930 beschäftigten drei holzverarbeitende Unternehmen etwa 2000 Arbeitnehmer.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die historische Altstadt Uslar nicht zerstört. Die Produktion in den Industriebetrieben lief nach ein paar Wochen wieder an. Die ortsansässige Möbelindustrie erlebte in den Jahren des „Wirtschaftswunders“ ihre Blütezeit. Die Kleinmöbel der Firma ILSE waren bald in ganz Westeuropa ein Verkaufsschlager.

 

 

Historischer Stadtrundgang Uslar

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