Architekt und Unternehmer - Friedrich Gösling

Friedrich Gösling feilte 1872 an einem grandiosen Bauplan.

Nach dem Krieg mit Frankreich war Deutschland seit 1871 ein Kaiserreich. Es fehlte jedoch noch ein repräsentatives Reichstagsgebäude für die Volksvertreter aus allen deutschen Landen. Also schrieb man einen Architektenwettbewerb aus. Zu dieser Zeit herrschte der Neoklassizismus vor. Das waren prächtige Gebäude, die alle so aussahen, wie die Tempel und Paläste der alten Griechen und Römer. Etwa so wie das Pyrmonter Schauspielhaus in der Hauptallee.

Aber, so fragte sich Gösling auf seinen Spaziergängen durch die Allee, passt dieser Stil zu einem wahrhaft deutschen Reichstag? Die prächtigen Säulen waren in Rom Symbole der Verbindung von Menschen und Göttern. Bei den alten Germanen waren das aber nicht Säulen, sondern besondere Bäume, die diesen Zusammenhalt symbolisierten. Zum Beispiel Eichen oder Linden - wie sie genau vor dem Schauspielhaus stehen. Und so reifte in ihm die Idee zu einem völlig neuen Baustil: Dem "deutschen Lebensbau". Da gab es auch Säulen, aber sie waren wie zugewachsen durch steinerne Ranken, Zweige, Blätter und Blüten. Der Wald, der Zufluchtsort der Germanen, besiegte die alten Bauelemente der Römer. Die klare Geometrie musste einer wie aus dem Waldboden gewucherten Konstruktion weichen. Göslings Reichstagsentwurf sah aus wie eine Gruppe Ackerschachtelhalme. Und sein Reichstag war viel größer als die Schlösser in Berlin.

Denn nicht die Fürsten hatten in allen schweren Zeiten das deutsche Land bewahrt und die Lasten der Kriege getragen. Das sogenannte einfache Volk hatte die deutsche Einheit erreicht. Vor 150 Jahren, genau wie zur Zeit von Herrmann dem Cherusker. Und das wollte Gösling mit seinem Entwurf würdigen. Es wurde ein unglaublicher Skandal. Die deutsche Oberschicht überschlug sich vor Hass und Häme. Und so wurde es eben der Reichstag, den wir heute in Berlin haben.

Die Spanier aber haben im Stile Göslings ihre berühmteste Kathedrale gebaut: Die Sagrada Familia in Barcelona.

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